"You live more on a motorcycle in 5 minutes
than some people do in a lifetime."
Kevin Schwantz

Cartagena 2006, unser erstes fast 24h Rennen
Geschrieben von: Papa-Schlumpf   
Sonntag, den 26. Februar 2006 um 14:33 Uhr
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Cartagena 2006, unser erstes fast 24h Rennen
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November 2005,
meine Frau eröffnet mir, dass unsere Kiddings am 4. und 5.2. an einer Konfirmantenfreizeit teilnehmen würden und wir doch an diesem Wochenende uns zum Skifahren in die Berge begeben könnten. Leichtfertig wie ich bin sage ich sofort zu. Ca. eine Woche später erzählt mir

der Junior-Schlumpf (in einem früheren Leben auf den Namen Peter getauft) von unserem Aufzünd-Schlumpfen-Team, dass Alpha-Technik einen Event in Cartagena anbieten würde. Ich sagte daraufhin ziemlich spontan leichtfertig zu, da man sich im Leben richtige Ziele setzen sollte. Unser Web-Schlumpf (im bürgerlichen Leben auch Tom genannt) brauchte ungefähr 0,3 µsec um sich ein Ziel im neuen Jahr zu setzen Mitteilsam wie ich nun mal bin, erzählte ich daheim von unseren großen Zielen… Egal, Antizünd wird sich irgendwann wieder beruhigen . Der Vierte im Bunde – unser Polizei-Schlumpf – sagte ebenfalls sofort zu. Die Planungen für unseren Februar-Event konnten beginnen . Ich fragte mal vorsichtig in Siegen bei dem Suzuki-Händler meines Vertrauens nach, ob denn ebenfalls Interesse bestehen würde, sich im Februar nach Cartagena zu begeben. Jürgen meinte, er hätte vorsichtshalber schon mal 15 Plätze beim Klaus Maske eingecheckt ….
Ach ja, warum sind wir eigentlich das Schlumpfenteam. Es begab sich im August anno domeni 2005 als das gebückte Volk nach Oschershausen zog um beim Robert im Kreis zu fahren. Meiner einer hat das Zeittraining voll abgeloost (ich war der schnellste Verlierer) und ich sollte am Sonntagmorgen den Loser-Cup aus der Poolposition gewinnen. Tom meinte daraufhin, herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des Schlumpfencups…. Es existieren noch irgendwelche, meiner Meinung nach nicht nachvollziehbare Gerüchte, dass der Schlumpfenname irgendwie mit meiner bläulichen Funktionsunterwäsche zusammenhängen würde … eine Farce. Seit dieser Zeit nennt man mich aufgrund meines leicht fortgeschrittenen Alters gegenüber meinen Teamkollegen Papa-Schlumpf…

Dezember 2005:
Die Planungen laufen sehr professionell. Mein Schlumpfenmobil muss herhalten, die Mopeds kommen auf einen umgebauten Autoanhänger. Werkzeug und sonstiger Kleinod in Alukisten auf den Anhänger, ebenso die paar Reifen die wir im sonnigen Süden benötigen würden. Die Lederkombis würden wir in eine Skibox – liebevoll unsere Schwiegermutter genannt – auf das Dach verladen.

Sylvester 2005:
Ich habe mir zu Weihnachten eine gebrauchte Antihoppsing und einen Bremsdrucksensor geschenkt. Der Sensor ist recht schnell eingebaut, die Bremse entlüftet. Die Kupplung bereitet ebenfalls fast keine Probleme, anscheinend alles Bestens. Aufgrund von Schnee und Eis ist keine Probefahrt möglich.


Januar 2006:
Die Straßen sind frei, ich wage eine Probefahrt bei gefühlten –20°. Die Scheiß-Kupplung rutscht schon bei 6000 U/min. Antizünd scheint mich schon wieder einzuholen. Ein Blick in das Suzuki-Handbuch und es zeigte sich, dass ein Federring von uns falsch eingebaut wurde. He He, Antizünd ich werde es dir zeigen. Ich warte eine Woche auf trockene Straßen, diesmal rutscht das Scheißteil erst bei 7000 U/min (Ich gehe in mich, wofür braucht man bei einem Männermotorrad wie einer K4 eigentlich eine Antihoppsing?) Ende Januar wird die Orichinal-Kupplung wieder eingebaut, eine Woche vor der Abfahrt mach ich eine Probefahrt bei diesmal gefühlten -19°. Man merkt schon, es wird bald Frühling . Bei ca. 9373 U/min gebe ich im 2. Gang Vollgas . Wenn etwas gerutscht ist, dann war es höchstens der Slick vom 4h-Rennen in Brünn.
Am Samstag vor der Abfahrt treffen wir uns um zehnhundert zum Laden des Anhängers. Nach ca. 4h und 27 min ist alles verzurrt. Nach dem ersten Sixpack stellt unser Junior die Frage: „Warum können wir nicht gleich losfahren?“

Februar 2006:
Am 2.2. teile ich per e-mail den Schlümpfen mit, wie ich mir unseren Zeitplan bzgl. der Hinfahrt vorstelle. Laut Routenplaner sind es nur läppische 2070 km. Der Kommentar von unserem Junior-Schlumpf : „Klasse, mein erstes 24-h-Rennen“. Anfänglich diskutierten wir die Variante über die Schweiz. Jemand meinte, in der Schweiz dürfte man mit einem Anhänger nur 70 fahren.

Diese Möglichkeit – es wären immerhin knapp 80 km weniger – wird jedoch schnell verworfen, da der Stefan von 2D vor der schier unlösbaren Aufgabe steht, sich alleine nach Cartagena zu begeben. Wir erklären uns sofort bereit mit dem Stefan Kolonne zu fahren. Zu fünft in 2 Autos, eine zügige Anreise sollte möglich sein. Es wird beschlossen, dass die Abfahrt am Freitach um 22 Uhr sein soll. Zuvor würden wir noch auf der achtzehnten Geburtstagsfeier vom jüngeren Bruder unseres Junior-Schlumpfes den einen oder anderen Hopfentee zu uns nehmen. Es wurde kolpotiert, es würden da junge, leicht bekleidete Damen anwesend sein

3.2.2006
Ich bin bei der Allianz auf einem fürchterlich langweiligen Seminar, ich zähle die Minuten. Endlich um sechzehnhundert kann ich die Räumlichkeiten verlassen, das Leben kann so schön sein.
Um 1800 treffen wir uns endlich in Odelzhausen, die Gurte werden gespannt, die lächerliche Anzahl von geschätzten 40 Reifen wird irgendwie auf dem Anhänger verzurrt und wir begeben uns auf das Fest mit den leicht bekleideten Tänzerinnen. Aufgrund extremen Vitaminmangels genehmige ich mir einen Hopfentee. Um 2127 setzen wir uns allmählich in Bewegung

Um 2130 biegen wir auf die A8 Richtung Karlsruhe ein. Welcher Schwachkopf hat mir den Floh in den Kopf gesetzt, das Überholverbot für Pkws mit Anhänger gelte bis 2200 (Die Rennleitung hat mir auf dieser Route schon den einen oder anderen Punkt zukommen lassen). Das Überholverbot wird schon um 2000 aufgehoben, wir könnten schon 2 Stunden weiter sein. Aufgrund des gefühlten Verlustes von 2 h wird der Tempomat auf ca. 110 km/h eingestellt …. Der Rennleitung würden wir die Dringlichkeit unseres Anliegens schon erklären können Um ca. 2400 treffen wir den Stefan kurz vor Karlsruhe. Der erste Fahrerwechsel und weiter geht’s, jetzt mit zwei Fahrzeugen.
Kurz vor Lyon schwächelt unser Juniorschlumpf und ich muss wieder ran. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit schaffe ich immerhin 1,5 h aber kurz hinter Valence ist auch für mich Schluss. Immerhin fasst 40% der Strecke geschaftt. Das GPS bescheinigt uns eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 109 km/h mit einer vmax von 148 km/h . Der Polizei-Schlumpf übernimmt und im Osten beginnt es zu dämmern. In Montpellier genehmigen wir uns den ersten Cafe, die Sonne scheint, das Thermometer ist deutlich über Null (mindesten 3° plus, d.h. mindesten 15° mehr als bei uns) Die spanische Grenze naht, Barcelona (He ihr Schlümpfe, wisst ihr eigentlich das der Speer an Ostern in Barcelona ist, so weit ist dass doch gar nicht, oder ? Der Antizünd spricht zu mir, vergiss es. Deine Kinder sind Ostern im Basketballcamp) … Taragona, Calafat, Valencia. Kurz vor Valencia bin ich wieder dran, Die letzten 3 h habe ich hinten geschlafen, ich werde den letzen Turn fahren. Wir biegen ab Richtung Albacete und dann in Richtung Murcia. Cartagena wir kommen, juchuh … Die 148 vom Junior schaffe ich auch mit viel Anlauf nicht mehr, d.h. ich darf das erste Essen zahlen


In der Dämmerung erreichen wir Cartagena. Beim Auffinden der Strecke stellen wir uns ein wenig Amateurhaft an, irgendwann überholt uns zufällig Klaus Maske und wir folgen im Windschatten.

An der Strecke angekommen erfahren wir, dass wir heute noch keine Box bekommen Au weh. Wir sind 5 dynamische Aufzünder mit drei Schlafgelegenheiten (einer unterm Klappdach, zwei auf der ungklappten Sitzbank hinten). Hierzu müssen wir mein Schlumpfenmobil ca. 30 min umräumen. Die Reise nach Rom wollen wir nicht spielen, d.h. der Stefan legt sich mit einer Matratze auf die beiden Mopeds in seinem Bus und der Polizeischlumpf schläft auf der Sitzbank vorne. Nachdem unsere Schlafgelegenheiten gerichtet sind, genehmigen wir uns aufgrund extremen Vitaminmangels den einen oder anderen Hopfentee Nach 21 h Fahrt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 99 km/h mit Pausen war der Tag um ca. 2300 für mich zu Ende. Ach ja in Cartagena regnete es, egal am Montag muss die Strecke erst trocken sein.

5.2.2006
Wir erwachen um ca. 900 bauen unser Schlumpfenmobil um und suchen uns in Cartagena eine Örtlichkeit zum Frühstücken. Es tröpfelt noch leicht und wir finden ein gemütliches Cafe. Nach den ersten Cafes con Leche und einiger Croissants steigt das Stimmungsbarometer auf ca. 1025 mbar. Gegen 1300 begeben wir uns wieder zur Strecke. Das Fahrerlager wird inspiziert, wir treffen den Mathias mit dem Bernd, außerdem Charlie. Wir genehmigen uns ein Mittachessen in Form von Salat und Spagetti, erzählen uns Schwänke aus unserer Jugend und harren der Dinge, die auf uns zukommen werden. Die Jungens von 2D und Suzuki-Debus aus Siegen sind im Hinterland klettern und fragen andauernd an, wann wir unsere Boxen beziehen können … Gegen 1600 ist es dann soweit und wir beziehen die Box 11: „home sweet home“ Kaum zu glauben, was in einen T4 und auf so einen Anhänger so alles rein bzw. draufpasst.

Nachdem alles in der Box verstaut ist, lassen wir es aufgrund extremen Vitaminmangels 4 Uhr sein: Zeit für den Nachmittagtee In der Zwischenzeit hat es zu regnen aufgehört, nun muss es nur noch trocken werden …. Von Montag bis Freitag sind 2 GP-Rennen und ein 4h-Rennen geplant. Ich stehe mit einem Hopfentee in der rechten Hand vor einem Berg schwarzem Gold: 2 Sätze Michelin-Slicks, 1 Satz Pilot-Race, 2 Metzler K2, ein angefahrener Bridgstone R08 vom Wolle (der Winnerreifen, der uns im 4h-Rennen in Brünn auf den dritten Platz vorgefahren hat ) und zwei angefahrene K2. Hoffentlich reicht das, wenn nicht, ich habe ja die Ritsch-Ratsch-Klick-Geschenkekarte dabei, in den beiden Pirelli-Trucks wird notfalls der eine oder andere Reifen für mich dabei sein . Gegen 2100 suchen wir (inzwischen sind wir fast vollständig (11 von 13) eine Örtlichkeit zur Nahrungsaufnahme, wir enden bei einem Argentinier. Das Essen ist so goil, das wir die Räumlichkeit die ganze Woche aufsuchen werden. Für nicht einmal zwanzig Teuronen elfundzwanzig Vorspeisen, unzählige Hopfentees aufgrund des anhaltenden Vitaminmangels und zum krönenden Abschluss ein Rindersteak, von dem ich meinen Enkeln noch erzählen werde. Anlass zur Kritik gab eigentlich nur die etwas knapp bemessene Menge Brot … Gegen 2300 erreichten dann Jörg und Dirk unseren Argentinier, sodass wir vollständig waren. Dirk, Stefan und Ralf von 2D aus Karlsruhe, Stefan und Jürgen vom Suzuki-Händler meines Vertrauens, Mathias, Bernd, Dirk ("Ossi") und Jörg aus dem Siegerland. Das Schlumpfenteam ist durch den Web-Schlumpf, den Junior-Schlumpf, den Polizei-Schlumpf und meine Wenigkeit vertreten.
Irgendwann entschlummere ich und träume von meinen zukünftigen Heldentaten ….


Part 2:

Am Montagmorgen erwache ich mit einem fürchterlichen Druck auf der Blase. Es dämmert bereits und ich suche die „Toiletten“ mit meinem Kulturbeutel auf. Ich habe den festen Entschluss gefasst heute Morgen zu duschen. Zwei Aufzünder von Alphatechnik sind sich schon am waschen und berichten, dass aus der Dusche Eiswürfel bröseln würden. Die andere „neue“ Dusche stand unter Wasser und stank dermaßen nach männlichem Urin, dass meine Sinnesorgane ein Betreten dieser Räumlichkeiten nicht überstanden hätten.
Ich bereite mich innerlich auf meine Heldentat vor, lege meine Klamotten auf die Bank und greife das Shampoo aus meinem Kulturbeutel. Ich öffne den Wasserhahn, lasse das Wasser mit einer gefühlten Temperatur von -10° spärlich auf meine zarte Haut gelangen und will mir nun die Haare waschen. Das Scheißwasser ist so kalt, dass das Shampoo nicht schäumen will. Ich nehme die doppelte Menge … und …. es passiert immer noch nichts . Ich betrachte die Shampoo-Flasche. Mist. Meine Arme sind zu kurz bzw. ich habe meine Brille nicht auf. In verschwommener Schrift entziffere ich die Buchstaben „H a a r g e l“ oder so ähnlich, oops ich habe in den Kulturbeutel von Alphatechnik gegriffen. Noch nie ist auf mein zartes Haupthaar Haargel gelangt und jetzt dies. Ich benötigte ca 1 hl Wasser mit einer Temperatur von – 10° um das Malheure zu beseitigen…. Das Gelächter von den Jungs von Alphatechnik klingelt mir heute noch in den Ohren.

8:30
Klaus Maske ruft zur Fahrerbesprechung. Ca. 80 Hondajungs die sich für 1Kilo Teuronen eingemietet haben werden auf ihren Event eingewiesen, danach werden wir verarztet. In einem Anfall von Übermut habe ich mich in der schnellen Gruppe eingetragen, so nebenbei erfährt man, wer da alles mitfährt: Waldi, Schulten, Nebel, Daemen, eine russischer Supersport-Fahrer aus der WM und und und, oops Der Himmel ist blau, die Strecke wird bald abgetrocknet sein, ein kurzer Gedanke ich sollte eventuell auf grün umbuchen, scheiße wird schon nicht so schlimm werden …..

9:00
Dirk Debus entert mit der neuen K6 – das Aufzündgerät der Sauerländer für die 24 h von Oschershausen – die Strecke und kommt nach ca. 30 min wieder rein. Er meint, dass zum Einfahren der Kiste es vielleicht gar nicht so schlecht sei, dass die Strecke noch feucht ist. Ich habe auf meiner K4 Slicks drauf, somit melde ich mich zum Einfahren für den nächsten Turn. Ich wollte schon immer mal ne K5 bzw. K6 fahren. Aufgrund dem Antizünd sollte ich derartige Aktionen aber vielleicht nicht auf einer trockenen Strecke durchführen, da ich dann vielleicht ein längeres Gespräch mit dem Suzuki-Händler meines Vertrauens führen würde bzw. müsste. Es erschüttert mich, wer alles in diesem Winter aufgerüstet hat bzw. gerade dabei ist. Ich komme mir mit meiner K4 schon wie der letzte Mohikaner vor. Egal, solange ich schneller als unser Web-Schlumpf bin ist alles in Ordnung (Hatte ich schon erwähnt, dass der langsamste von uns Schlümpfen ein Essen ausgeben muss?). Alles wird gut …..
Ich entere die Strecke und denke an bundy und hajo. Meine Idole erzählen ja immer wieder, man sollte beim Einfahren immer ein wenig die Front anheben, um die Strecke und die Streckenposten und alle anderen standesgemäß zu begrüßen. Nein Papa, die Strecke ist nass, die K6 gehört dir nicht, die Sonne blendet und überhaupt. Ich klemme und schaue mich beim Anbremsen auf Turn 1 zaghaft um, ob von hinten keiner kommt. Die ersten Runden dauern eine Ewigkeit und ich denke mir dir ganze Zeit, diese Streckenführung wirst du dir in 100 Jahren nicht einprägen können. Eine derartige Aneinanderreihung von interessanten Kurven ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Auf einmal steht da so ein Männchen mit einer schwarzweiß-karierten Flagge und meint wohl, ich sollte wieder in die Boxengasse einfahren. Nicht schlecht so eine K6, es dürfte besser für mich sein, wenn ich mich in dieser Woche diesem edlen Gefährt nicht mehr allzu sehr nähere.
Danach fahren zunächst die Hondajungs und nach ca. 90 min sind wir wieder dran.


Motor warmlaufen lassen, die Ideallinie wird trocken und ich nehme die Reifenwärmer runter. Auch jetzt hebe ich beim Entern der Strecke nicht das Vorderrad an, was bin ich doch für ein Weichei. Ich bin erstaunt, was die Strecke auch im feuchten Zustand an Grip hat, richtig ausprobieren will ich es aber nicht. Es geht erst einmal darum die Aneinanderreihung von Links und Rechtskurven in mein Gedächtnis einzuhämmern. Und plötzlich werde ich das erste Mal niedergestreckt , hergebrannt , regelrecht vernichtet . Irgendjemand ist mit ca. Mach 3 an mir vorbeigefahren, sodass ich nicht einmal in der Lage war die Buchstaben am Rücken zu entziffern, oops. Das wird ja ein Spaß werden. Sollte ich vielleicht nicht doch umbuchen, aber in der anderen Gruppe bin ich der Waldi oder der Schulten, nein ich habe mir Ziele gesetzt. Ein Papa muss tun, was ein Mann tun muss ….

Bei den nächsten Turns werde ich allmählich schneller. Die Strecke ist nun vollständig trocken. Die Zeiten gehen allmählich in Richtung 1.50, die 49 will noch nicht auf dem Lappenzeiger erscheinen. Bei uns kursieren die Gerüchte, dass Schulten und Co in den hohen dreißiger fahren würden . Das Herbrennen der Profis erschreckt mich nicht mehr so sehr, obwohl ich in den meisten Fällen noch nicht in der Lage bin, die jeweilige Aufschrift auf den Kombis zu entziffern. Ich habe seit den 4h in Brünn im September nicht mehr auf dem Moped gesessen. So allmählich kommen so ab und an Situationen, bei denen ich kurz die Luft anhalten muss und der Puls in Richtung 200 geht. Der angefahrene K2 hat seinen Zweck erfüllt, er muss nun den üblichen Weg vor das Boxentor antreten …. Als nächstes ist der Bridgestone dran.

Ich stehe ziemlich lässig vor unserer Box in der Boxengasse und plötzlich spricht mich ein völlig unbekanntes Gesicht an: „Hallo Erich, wie geht es dir? Und das ist bestimmt der Dirk, oder ?“ Ich muss wie ein Auto geschaut haben. „Erinnerst du dich an mich? Du hast doch eine kupferfarben K3 ?“ (die Kupferfarbene K3 habe ich in Mugello in der Casanova versenkt und vollständig aus meinem Gedächtnis gestrichen, Anm. der Red ) Das kalte Wasser mit dem Haargel muss meinen Alzheimer verstärkt haben, jetzt ist es soweit, du lernst jeden Tag neue Freunde kennen. Inzwischen muss ich wie ein Lkw geschaut haben. „Du hattest doch deine K3 bei mir zum Richten …“ Ah ja, inzwischen dürfte ich wie ein Ozeandampfer geschaut haben und plötzlich kam die Erleuchtung. Die Sprache kam langsam wieder und ich fragte ganz zaghaft: „Peter Hintermeier ?“ Und er war es … entschuldige Peter, deinen Namen werde ich nie wieder vergessen. Peter hatte von Alphatechnik einen Truck runtergefahren, war zuständig für die Reifenwechsel der Hondatruppe und hat in seinem bürgerlichen Leben einen Suzuki/Yamahaladen bei Schongau. Aufgrund dem offensichtlichem akuten Vitaminmangel nahm ich mir vor, heute Abend um 4 Uhr den einen oder anderen Hopfentee einzunehmen.
Beim letzten Turn fuhr ich endlich konstante 49er und auch die 48 erschien schon das eine oder andere Mal auf dem Lappenzeiter. Und vor allem das Niederstrecken der IDM-Jungs war nicht mehr so brutal. Offensichtlich war an vielen Stellen unser Kurvenspeed inzwischen so hoch, dass ein Überholen in der Kurve nicht mehr gefahrlos möglich war. D.h. wir wurden meistens beim Anbremsen oder beim Rausbeschleunigen hergebrannt. Allerdings zeigte sich speziell Ende Start-Ziel, in der langen Zuziehrechts, in der schnellen Links über die Kuppe und in dem Linksknick in der Palmenkurve was für erbärmliche Aufzünder wir sind. Aufgrund unserer zunehmenden Eigengeschwindigkeit konnte ich allmählich die Namen der Niederstrecker erkennen.
Bei der Einnahme unseres 4 Uhr-Tees stand da auf einmal der „Bauch“ Strobl, ein Freund von uns, der bei der Hondatruppe eingecheckt hatte, vor mir und bat mich um ein Bier. Ich versprach ihm unser Vorletztes zu holen. Er daraufhin: „Das ist ja wohl ein trauriges Erscheinungsbild. Wenn man einen Bus packt, lädt man zuerst das Bier und schaut dann wofür man noch Platz hat …“ Ich werde mir diesen Ratschlag zu Herzen nehmen….

Am Abend war unser Argentinier von unserem erneuten Auftauchen anscheinend überrascht, das Essen war wie jeden Abend vorzüglich. Nach dem einen oder anderen Gutenachtbier in der Box begann ich von konstanten 48er und 47er zu träumen. Sollte vielleicht eine 46 möglich sein?


Part 3: Ready to Race

Dienstag 7.2.
Nach meiner gestrigen Erfahrung verweigerte ich das morgendliche Duschen und begnügte mich mit einer kurzen Katzenwäsche . Danach setzte ich mich in unsere Box öffnete das Notebook und schaute das erste Mal in Ruhe in die Daten von gestern. Das 2D-Datarecording habe ich aus beruflichen Gründen seit ca. 7 Jahren im Moped und üblicherweise nehme ich mir am Tag mindestens eine halbe Stunde Zeit in die Daten zu schauen. Mein neues Problem ist allerdings die von Franz/K3 erworbene GP503, das heißt tagsüber werde ich vom Datarecording-Guru zum Reifendienst degradiert. In jeder Pause kommen die Anfragen der Gebückten, ob der Junior oder ich nicht mal eben helfen könnten. An anderer Stelle wurde in diesen erlauchten Hallen schon erwähnt, dass wir überlegen den einen oder anderen EinEuroJobber anzuheuern . Ich konnte den Computer jedoch relativ schnell zu machen, da ich noch zu ungleichmäßig fuhr um wirklich Schlüsse aus den Daten ziehen zu können. Man konnte das Dilemma in 4 - 5 Sätzen zusammenfassen: Kurvenspeed ok, Linie in den meisten Fällen relativ spitz wie es sich für ein Kilo gehört, Rausbeschleunigen gut aber ausbaufähig, auf der Bremse ein Schwuchtel und in den Mutecken ebenfalls. Z.B. filosofierten (goiles Wort ) Jürgen, Stefan und Dirk, dass man in der langen Zuziehrechts angeblich bei 50 m bremsen würde. Was für ein 50 m Schild ? Ich weiß, da steht eins, aber das ist so weit von der Strecke weg, dass ich da nun wirklich keine Zeit zum hinschauen habe ….

Ein recht spartanisches Frühstück und dann ging es auch schon raus auf die Strecke. Heute waren 2 Zeitrainings, ein WarmUp und ein 15-Runden-Rennen angesagt. Im Zeittraining zog ich einen gebrauchten K2 aus dem Sportfahrerpokal in Brünn auf und es waren inzwischen konstante tiefe 48er und sogar eine 47,97 möglich . Aber inzwischen entstand Gefahr für mein Portmonee in Form des Webschlumpfes. Der „Pillemannsausack“- um die Worte von bundy zu gebrauchen – hat die Gabe sich mit relativ wenig Runden auf eine neue Strecke einschießen zu können, oops. Eine Gabe, die man anscheinend in seinem jugendlichen Leichtsinn beim R6-Cup lernt und er hat offensichtlich seine Hausaufgaben gemacht. Die Rundenzeiten auf seinem Lappenzeiter ließen nichts Gutes vermuten, er war zwar noch ca. 1,5 sec langsamer als ich, aber ….
Zum Rennen habe ich mir vorne einen neuen Michelin und hinten einen neuen K2 aufgezogen. Pünktlich um 1500 (oder war es 1600 ) fuhren wir auf die Strecke raus. Die Jungs von der IDM und überhaupt standen allesamt vorne, ich in der dritten oder vierten Reihe, ich weiß es nicht mehr genau. Von unserer Truppe waren der Jürgen, der Stefan und der Dirk vor mir. Der Webschlumpf zwei oder drei Positionen hinter mir. Junior stand relativ weit hinten. Beim Start zur WarmUp-Lap habe ich mal eben den Leerlauf eingelegt, was ein Glück hatten wir einen Fahnenläufer als Startsignal … , von hinten drohte keine Gefahr.
Beim eigentlichen Start habe ich Looser nach 7 Jahren mein erstes Wheelie gefahren . Die neue Kupplung packte offensichtlich ein bisschen besser zu als die Alte …. Das Vorderrad hob bei 12 km/h ab senkte sich bei 52 km/h, nach 3,5 sec schaltete ich bei 102 km/h in den zweiten Gang und gab endlich Vollgas. Das ist der Nachteil des Datarecordings, der Gasgriffsensor – auch Memmensensor genannt - offenbart jegliche Schwäche. Scheiße, den Start vollkommen versemmelt. Jörg und der Web-Schlumpf – die ich nun wirklich nicht als Konkurrenten angesehen hatte waren auf einmal vor mir. In der ersten Links nach der Doppelrechts ist der Webschlumpf alias Tom fast in den Acker gefahren, keine Ahnung warum – ja ja ich weiss schon, am Donnerstagmorgen ist mir das Missgeschick selbst passiert - , das Getümmel der ersten Runde war nicht schlecht. Nach der Links über die Kuppe hatte ich das Vergnügen in der ersten Reihe zu sitzen und den Web-Schlumpf zu bewundern, wie er sich den Jörg zu Recht legte. Jörg hatte beim Umlegen auf die schnelle Aufziehrechts ein bisschen offen gelassen und … Schwock .. der Webschlumpf hat in das Loch reingehalten. Ich dachte, dass der Speed ein bisschen optimistisch sei und war gespannt, wie er das regeln würde … der anschließende Bogen von ihm war recht weit und ich dachte Jörg würde gleich wieder kontern, aber Jörg ergab sich seinem Schicksal. Vor der Bergaufrechts bremste ich dann Jörg aus und nach der Palmenkurve beschleunigte ich unseren lieben Webschlumpf aus. So gut wie er auch überall den ganzen Event gefahren ist, in dieser Kurve ist er immer rumgeschwuchtelt. Danach machte ich mich auf die Verfolgung von Stefan …Ich brauchte etwa eine halbe Runde bis ich auf ihn aufgeschlossen hatte, ich schrie nur in den Helm: „Stefan GAAAAS, wenn du so weiterfährst verschwindet dein Bruder Dirk hinten am Horizont, GAAAAAS.“ Stefan fuhr zügig, immerhin hohe 46er, aber sein Bruder wurde immer kleiner. In der nächste Runde vor der Bergauflinks spielte ich mit dem Gedanken ihn zu überholen, aber die Geschichte war etwas knapp und ich steckte zurück. Aus der nachfolgenden Aufziehrechts in die schnelle Links kam ich besser raus und wollte ihn beim Anbremsen auf die lange Bergaufrechts innen ausbremsen – dachte ich. Er ließ sich aber nach rechts heraustragen, und ich dachte: also gut dann halt außenrum . Am 7.2. um ca. 15.11 Uhr legte ich meine Meisterprüfung ab. Ich überholte meinen Mentor und Idol Stefan außen herum. Tschuldigung Stefan, aber ich fühlte mich in der Verfassung deinen Bruder noch einholen zu können …. Danke, dass du nicht gegen gehalten hast.
Ich machte mich auf die Verfolgung vom Dirk, er wurde zumindest nicht mehr kleiner. In der langen Zuziehrechts zog ich so am Kabel, dass mich ab und an das Hinterrad überholen wollte . Mein Bremspunkt näherte sich mehr und mehr den ominösen 50 m an Nach ca. 5 Runden nahm meine Aufholjagd ein jähes Ende. Jürgen hatte es leider etwas übertrieben und als ich Ende Startziel in die Doppelrechts einbog, hatte sich die Staubwolke schon gelegt und Jürgen stand Gott sei Dank schon wieder. Laut den Daten soll er langsamer als sonst, aber etwas zu spitz in die erste Rechts reingefahren sein. Die Kurve fällt dann außen ein bisschen ab, und die Straße geht dann einem recht schnell aus . Mein Mut war von jetzt auf sofort gekühlt. Ich fuhr dann meistens tiefe 46er, ab und an tiefe 47er bis zum Ende. Irgendwann wurde ich abgewunken, eine richtige Freude über meine Meisterprüfung wollte nicht mehr aufkommen. Als wir in die Boxengasse einfuhren, stand Jürgen bereits ziemlich geknickt da . Es war nicht so schlimm, seine Bastelstunde begann kurz drauf ….. Da ihm genügend Leute halfen, kümmerte ich mich um meinen Vitaminhaushalt und begab mich zum 4-Uhr-Hopfentee. Unser Webschlumpf grinste bis hinter die Ohren, er hatte èine hohe 46er abgeliefert, was ein Glück hatte ich eine 46.22 und derartige Zeiten im Rennen ziemlich konstant gefahren
Den Nachmittag ließ ich bei super-blauem Himmel und gefühlten 35°C in kurzen Hosen und T-Shirt ausklingen.
Das Rennen hat eigentlich der Stefan Nebel gewonnen, der im Gegensatz zu seinen IDM-Kollegen von ganz hinten gestartet war. Seine Kollegen sind nach 7 – 10 Runden so nach und nach rausgefahren, deswegen war ich im Rennen leicht verwundert warum ich nicht überrundet wurde. Bei der Siegerehrung wurde ich auf Platz 3 aufgerufen. Vorher hatten Jörg und Stefan ihren Pokal für den 5. bzw, den 4. Platz bekommen. Nachdem man den Pokal empfangen hatte, bekam man vom Waldi und Michael die Hand geschüttelt. Ich fühlte mich ca. 1.27 m größer . Den Namen vom Zweiten weiß ich leider nicht mehr, ganz oben auf dem Stockerl stand Dirk. Als wir das Stockerl verließen, sagte Dirk zu mir: „Morgen stehen wir hier ganz oben ..“. Wir wollten morgen zusammen die 4h aufzünden
Nachdem wir die eine oder andere Flasche Sekt vernichtet hatten wurde ich von Klaus Maske in Box 12 zitiert. Mir wurde eröffnet, dass er aus Versehen Martin Rieder als Lizenzfahrer eingestuft hatte und dieser gewisse Martin Rieder mit Abstand der schnellste Normalsterbliche war, d.h. ich durfte meinen Pokal abgeben und den Pokal vom Stefan in Empfang nehmen Egal auf dem Stockerl stand ich oben, he he, und wenn ich an einem dunklen Winterabend meinen Enkeln die Bilder zeigen werde …. Unser Web-Schlumpf hat übrigens die 600er-Klasse gewonnen und unser Junior-Schlumpf war Dritter. Die beiden grinsten den ganzen Abend, he he
Gegen 2100 suchten wir wieder unseren Argentinier auf. Die Vorspeisen waren wieder super und beim letzten Gang begann wieder die Schlacht um das super-goile Rindfleisch….. Jürgen war inzwischen schon fast wieder guter Dinge und ziemlich zuversichtlich, dass er mit viel Tape und Metallkleber morgen wird wieder fahren können. Als wir die Räumlichkeiten verließen fragte unser Argentinier mal vorsichtig an, ob wir morgen wieder kommen würden. Er würde dann eine Paella (schreibt man das so ) machen und schon hatten wir ein neues Ziel.
Nach dem einen oder anderen Gutenachtbier in der Box entschlummerte ich sanft und begann von 45er-Zeiten zu träumen ……


Part 4: Ready 4 the 4h

Mittwoch 8.2.
An diesem Morgen wachte ich wieder relativ früh auf – hatte ich schon erwähnt, dass ich ab und an unter seniler Bettflucht leide ? – schnappte meinen Kulturbeutel, frische Wäsche und verzog mich in die neuen Duschräumlichkeiten. Der span. Architekt, der diese Räumlichkeiten konstruiert hat, gehört geteert und gefedert. Diesem Schwachkopf sollte man mit Cholera infizieren, einen Lederkombi anziehen und dann in einer der Toiletten einsperren….
Die Spanolier hatten nach der Intervention vom Klaus Maske bzgl. der urinalen Überschwemmung zich Leitungen aufgeklopft und das ganze wieder halbwegs fachmännisch zugekleistert. Die heisse Dusche war ein Gedicht, es gab auch sonst keine weiteren Problem in Form von Shampoo mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum oder so ähnlich.
Danach schnappte ich mir wie üblich mein Notebook. Nach meinen gestrigen Heldentaten musste heute Morgen etwas intensiver in die Daten geschaut werden.
Ich hatte mir beim Jürgen verständnisloses Kopfschütteln eingehandelt, als ich mal so nebenbei erwähnte, dass ich im Prinzip Anfang StartZiel zweimal rauf- und am Ende wieder zweimal runterschalte und sonst alles in einem Gang fahren würde. Die Strecke selbst hat an mehreren Punkten die Uneigenart, dass man in Schräglage runterschalten müsste, ein Umstand den ich überhaupt nicht mag (Wollte ich nicht deswegen eine Antihoppsing einbauen da war doch irgend was …). Ich hatte am ersten Tag als Übersetzung 14/42 montiert. Zwecks besserer Beschleunigung war ich am Dienstag auf 14/43 gegangen, aber im Rennen stand die Kiste vor der Bergauflinks bis zu 1,5 s im Drehzahlbegrenzer (dafür ist er ja da, oder ) und in dem Linksknick vor der Palmenkurve auch noch mal knapp eine halbe Sekunde. Wenn ich es eilig hatte schaltete ich vor der Doppelrechts vor Startziel einmal runter, dann dreimal auf Startziel hoch und Ende Startziel dreimal runter. In der langen Rechts schaltete ich dann immer einmal hoch. Beim Vergleich zeigte sich dann, dass ich beim Hochschalten in der langen Rechts bei Schräglage so richtig rumschwuchtelte und knapp eine halbe Sekunde liegen ließ. Auf der anderen Seite brauche ich aber den 2.Gang auf die vorherige Schikane zu. In der Schikane ist so eine üble Bodenwelle, genau wenn man so richtig am Hahn ziehen will. D.h. aus der Schikane heraus würde der 3.Gang reichen, beim Anbremsen auf die Schikane fasste ich somit den Plan einen Gang hochzuschalten. Die Übersetzung musste ich natürlich wieder länger auf 14/42 machen. Das hat unter anderem den Vorteil einer längeren Schwinge – ich bin nicht so professionell wie Christian Kuhl ausgerüstet, der mal eben ein Kettenglied ein oder ausbaut – und somit hat man eine bessere Bremsstabilität. Das Fahrwerk ist seit Jahren auf Michelin vorne und Pirelli hinten abgestimmt. Mehr wie einen Klick rauf oder runter ist da nicht mehr notwendig. Ansonsten gilt halt wie immer, in den kurzen Beschleunigungstücken so richtig am Hahn ziehen und nicht nach dem Motto: „Ach ja, ich muss sowieso gleich umlegen, ach ja lass es gut sein“.
So Computer zu, Plan für heute ist gemacht
Insgeheim wollte ich es heute Vormittag ein bisschen ruhiger angehen lassen, da am Nachmittag die 4h angesagt waren *freu*
Ich stiftete zum Frühstück den letzten von drei Kuchen, den meine geliebte Frau Antizünd uns gebacken hatte. Auf die Frage, wer denn den Kuchen gebacken hätte, antwortete ich: „Meine Frau, ich hatte eigentlich vier bestellt, aber den letzten hat sie verweigert …“. Darauf antwortete Dirk „Ossi“ Ossenberg: „So eine Scheiße, die sollen doch einfach nur hören …“
Zum Zeittraining fuhr einmal der Dirk Debus raus und einmal ich, da jeder einmal gemäß Ansage vom Klaus Maske raus musste. Ansonsten ließen wir es uns gut gehen. Die Hondaeinchecker waren alle wech, bis auf die Mechaniker, die die zerstörten Feuerblöds vom Montag und dem Dienstag soweit es ging wieder zusammenbastelten (aus vier mach drei oder so ähnlich ) , war von den Hondajungs niemand zu sehen. Ach ja, die Armen mussten bei den knapp 40 TöffTöffs die Felgen ausbauen, Reifen wechseln, wieder einbauen und dann die Reifen einfahren. Beim Einfahren der Reifen sollen so ganz nebenbei noch einmal 2 – 3 Feuerklingen über die Klinge gesprungen sein .
Die IDMler und sonstigen Profis ließen es richtig krachen. In einem beiläufigen Gespräch erfuhr ich, dass man bei Pirelli respektive Metzeler inzwischen mit einem Warmluftdruck von 2,0 bar (!!!!) fährt. Wenn die Strecke zu kalt sei, sodass die Reifen draußen zu sehr abkühlen, wäre halt event. nachzuregeln. Soviel zu unserm Fred vor 3 – 4 Wochen bezüglich dem Anstieg der Luftdrucks bei Verwendung von Reifenwärmern und wie man das berechnet und überhaupt ….


Um 1200 erfuhren wir, dass das 4h-Rennen mangels Teilnehmer – es hatten sich nur 4 oder 5 Teams gemeldet nicht stattfinden würde - ich hatte mich so auf dieses Rennen gefreut. Ich liebe es Stundenlang im Kreis zu fahren, leider haben mich meine Aufzündfreunde bei dem Plan an den 24h von Oschershausen teilzunehmen kläglich im Stich gelassen.
Stattdessen sollte ein 20-Runden-Rennen stattfinden, welches um siebzehnhundert gestartet werden soll. Als Startaufstellung sollen die Zeiten vom heutigen freien Training herangezogen werden, Transponder hatten wir inzwischen ja alle. Und nu ? Ich fasste den Plan, dann halt den Warmluftdruck von 2,0 zu testen. Ich fuhr sonst einen Kaltluftdruck von 2,1 bar. Nach elfundzwanzig aufgerissenem Pirellimüll hatte sich dieser Luftdruck hinsichtlich des Aufreißens als ganz passabel erwiesen. Dank dreier hinterer Felgen und einem bereits montierten älteren gebrauchten K2 ging es los. Ich war positiv überrascht, die Teile scheinen so wirklich etwas mehr Grip zu entwickeln.
Jürgen hatte sein Moped wieder zusammengetapt und war gegen 1400 soweit, wieder im Kreis zu fahren. Er fuhr den einen oder andern Turn, gegen 4 Uhr fabrizierte er aber in der langen Bergaufrechts einen richtigen Männerhighsider Als ich ihn oben auf dem Hügel stehen sah, ahnte ich nichts Gutes …. Ich kann so richtig mitfühlen, ein derartiges Desaster habe ich 2001 am Pannonia-Ring erlebt, als mich meine damalige ¾ Gixxer einmal am Freitag im Training und einmal am Samstag im Rennen beim Überrunden abgeworfen hat …..

Um 1700 war es dann soweit. Wir fuhren raus, stellten uns in die Startaufstellung, eine WarmUpLap und wieder hinstellen zum Start …. und ….rote Flagge … ein etwas hektischer Bückling wird ein T-Shirt mit der Beschriftung: „I crashed in the WarmUp-Lap“ überreicht bekommen … Er hatte offensichtlich beim Anbremsen auf die Doppelrechts vor StartZiel beim Bremsen sein Moped vernichtet… hallo ???? Das ist doch der Punkt, wo das ganze Feld so langsam ist, dass man aufpassen muss, in der Kurve nicht umzufallen …..
Wir standen ewig, unsere Reifen mussten inzwischen bei einer Außentemperatur von mind. 25°C eine Temperatur von 100°K (-173°C, Anm. der Red. )haben. Klaus erkannte unser Dilemma und schickte uns in zwei weitere WarmUp-Laps.
Wir stellen uns hin, Startdrehzahl 6000 U/min, Ampel schaltet auf rot, Ampel geht demnächst aus und …. der Junior ist auf einmal schon rechts neben mir oops. Dank meinem Männermotor habe ich diese Geschichte bis zum Anbremsen soweit geregelt gehabt, so ein Schlawiner. Dieser Frühstart müsste mit dem Frühstart bei der Hackfressen-WM vergleichbar gewesen sein, he he.
Stefan hat einen super Start gehabt und bog vor mir in die erste Rechts ein. Scheiße. Auf der anderen Seite war Dirk nur eine Position vor ihm, sodass ich die Hoffnung hatte Dirk würde uns so richtig vorwärtsziehen. Stefan ließ allerdings ganz allmählich abreißen, das hieß für mich ich muss da vorbei. Ich muss aber ehrlich gestehen, im Gegensatz zum ersten Rennen war da no chance. Innerlich jubelierte ich, seit 18 Jahren ( ) und geschätzten 100.000 km versuche ich so schnell wie diese beiden Aufzünder zu fahren, heute bin ich dabei. …. Dirk entschwand so langsam und ich wurde unruhiger. Beim Anbremsen auf die Bergauflinks passierte mir dann der Fehler. Wir kamen so richtig angeflogen, im Gegensatz zu gestern stand aufgrund der längeren Übersetzung mein Motor nur 1,3476143 sec im Drehzahlbegrenzer , Stefan bremste anscheinend noch einmal ein bisschen stärker - keine Ahnung warum, vielleicht weil er durch die extrem tiefstehende Sonne geblendet war – laut Daten hatte ich die Bremse aber schon wieder leicht zum Umlegen geöffnet . Ooops. Scheiße, wo soll ich hin ….. Ich zog nach links, sonst wäre ich ihm hinten rein gefahren, bremste wie ein Gestörter, das Vorderrad stempelt – Scheiße nicht wie am Pannoniaring, als ich überrunden wollte – im letzten Augenblick muss er mich bemerkt haben und macht auf, uff. Ich war in einem Winkel hinter ihm, wo er mich wahrscheinlich noch nicht sehen konnte, er muss es aber geahnt haben. In der übernächsten Kurve hat er mich dann vorbeigewunken. Scheiße Papa, das war keine Heldentat, ich hoffe inbrünstig so eine Nachlässigkeit passiert mir nie wieder. Im Gegensatz zu Profis könnte ich so einen Crash nicht als Rennunfall abhaken und das hat nichts damit zu tun, dass der Stefan einer meiner besten Freunde ist.
Nach etwa einer halben Runde hatte sich mein Puls soweit beruhigt, dass ich mich auf die Verfolgung vom Dirk machen …. wollte. Der Sack zog so am Kabel, dass meine konstant tiefen 46er mit einem vom Vortag ausgelutschten K2 keine Verringerung des Abstandes mit sich brachten. Ich hatte mal wieder gespart und keinen neuen Reifen zum Rennen aufgezogen. Papa, du Pillemansausack, jetzt musst du wie ein waidwundes Reh mit diesem Reifen rumschwuchteln, Papa, du …. Schlumpf …. Nach 4 Runden war es soweit: In der Bergauflinks über die Kuppe zog ich so am Kabel, dass der hintere K2 die weiße Flagge schwenkte und ich einen Highsider wie schon seit 1999 in der Highsiderkurve von Brünn nicht mehr vollführte. Ich schlug mir die Eier am Tank auf, die Füße waren von der Raste und die Straße ging mir auf die nächste schnelle Rechts allmählich aus, oops. Nach amtlich gemessenen 1,7 sec und gefühlten 3700 sec hatte ich die Kiste wieder unter Kontrolle. Das ganze bei GPS-vermessenen 150 km/h. In Mugello bin ich bei einer amtlich bestätigten Geschwindigkeit von 140 km/h nach 65 m wieder aufgestanden, und das war kein Highsider, oops. Die Aufholjagd auf den Dirk gab ich in diesem Augenblick auf ….
Ich fuhr so vor mich hin – ich muss dazusagen, dass ich mich niemals nicht umdrehe – und auf einmal sehe ich aufgrund der tiefstehenden Sonne einen Schatten neben mir. 2 Runden später bremst sich auf einmal der Webschlumpf vor der langen Bergaufrechts rechts an mir vorbei. Er muss sich wie meiner einer gestern gefühlt haben – er hat sich hinterher mindestens dreimal erkundigt, ob das nicht knapp war – ich hab bei der Aktion auf der Bremse vorher so geschwuchtelt, dass da mindestens 3 Mopeds durchgepasst hätten. Also gut, Web-Schlumpf du willst es so haben, ready tu rumble Ne Schmarren, ich hatte die Hoffnung, er würde vielleicht ein bisschen schneller als meiner einer fahren und mich zum Dirk hinziehen. Da er mit so einem lächerlichen Mädelsmotorrad unterwegs war, wusste ich, dass er beim rausbeschleunigen aus der Palmenkurve mir gehören würde bzw. dank meinem Männermotorrad spätestens auf der Start/Ziel. Bis zur Ziellinie würde es immer reichen . In der nächsten Runde hatte ich in dem Kurvenbereich der Bergaufrechts aus irgendwelchen Gründen ca. 30 m auf ihn verloren (30 m heiß pi mal Daumen etwa eine Sekunde ) d.h. in der nächsten Runde hatte ich eine Aufgabe … Der Burschi hat mich zu einer 45,6 gezogen und das obwohl ich ab dem 3.Gang auf Start/Ziel nur noch halbgas hinter ihm hergefahren bin. Der Abstand zum Dirk wurde leider nicht mehr kleiner, die Reifen vom Web-Schlumpf hatten ihre beste Zeit auch hinter sich, sodass ich ihn dann 3 Runden vor Schluss lässig, gelangweilt überholte.
In der Boxengasse bin ich gleich zum Stefan und hab mich elfundzwanzig mal entschuldigt. Er hatte offensichtlich gar nicht richtig mitbekommen, was für ein Scheiß ich gebaut hatte. Glück gehabt, Papa. Ein Fastcrash, ein Mädelhighsider – um die Worte vom Jürgen zu gebrauchen, der inzwischen leicht fußkrank, etwas geknickt schon wieder ein wenig lächeln konnte und sich mit uns ehrlich freute (ein richtiger Freund eben) – 7300 Rutscher, eine 45,6, Papa-Schlumpf, du solltest vielleicht mal ein bisschen in dich gehen …
Bei der Siegerehrung stand diesmal der Martin Rieder in der Mitte auf dem Stockerl, Dirk war Zweiter und ich diesmal wirklich Dritter, Stefan Vierter. Bei den 600ern nichts Neues, das Grinsen der Schlümpfe war noch einmal breiter, obwohl ich der Meinung war, das geht nicht mehr . Nach der Siegerehrung zogen wir uns den brusthohen Tisch, wo vorher die Pokale draufstanden, in die Mitte und vernichteten den Sekt aus unseren Pokalen. Die Jungens von Alpha-Technik, allen voran Waldi und Klaus Maske fühlten sich in unserm Kreis offensichtlich auch sehr wohl, was haben wir für ein dummes Zeuch gelabert und Spaß gehabt Inzwischen war es fast stockdunkel und wir gingen in unsere Box um noch ein bisschen aufzuräumen. Gegen 2030 verließen wir die Örtlichkeit – unser Argentinier hatte ja schließlich eine Paella für uns vorbereitet. War das wieder ein goiles Mahl. Der Hopfentee floss in Strömen, etwa in der Mitte habe ich dann zu einem vorzüglichen Rotwein gewechselt und zum Schluss noch den einen oder anderen Carachillo, wow, das Leben kann so schön sein. Selbst unser leicht frustrierter Jürgen hatte seien Spaß, obwohl ich eine ziemlich genaue Ahnung hatte, wie es in ihm zugegangen sein dürfte.
Nach dem einen oder andern Abschlußhopfentee in unserer Box legte ich mich hin und fasste den Plan morgen die 45er zu bestätigen und begann mich innerlich auf die 44 (nein, nein nicht mein fortgeschrittenes Alter, also spart euch eure Kommentare ) vorzubereiten ….


Part 5: Die Dauerprüfung

Donnerstag 9.2.

An diesem Morgen wachte ich mit einem Gefühl auf, dass mir irgendetwas fehlt. War doch gestern mein geliebtes 4h-Rennen mangels Teilnehmer abgesagt worden und somit hatte ich viel zu viele Reifen in das sonnige Spanien geschafft. Ich hatte jetzt noch 2 hintere Michelin Slicks, einen Satz Pilot Race und einen neuen K2. Am Freitach war noch einmal ein GP-Rennen angesagt, was tun, Michelin oder Metzeler? Letztes Jahr war ich einmal mit dem Dirk in Anneau für die 24h von Oschershausen Michelin testen, bis auf die Wackelei war das nicht der schlechteste Reifen. Aber so richtig unter Stressbedingungen hatte ich die hinteren Michelins noch nicht getestet. Ok, für den ersten Turn machte ich irgendeinen alten Metzeler drauf und dann für den zweiten Turn gibt’s nen neuen Michelin.

Die neuen Teile mache ich mir eigentlich immer zum Rennen drauf, das zweite Mal fahr ich die Teile im Zeittraining und dann werden die Dinger im freien Training fertich gemacht. Einen neuen Michelin ohne vorherigen Test hatte ich mich nicht getraut hinten aufzuziehen, aus diesem Grund war ich ja gestern den K2 gefahren …. Ein neuer Reifen für das freie Training, mir blutete das Herz (dabei bin ich koi Schwob )
Das Frühstück - heute natürlich ohne Kuchen – war dank dem Cateringservice vom Suzuki-Händler meines Vertrauens ausgezeichnet. Es fehlte nichts – bis auf die Marmelade – aber dies zu erklären würde 5 weitere Berichte benötigen . Jürgen war etwas deprimiert, außerdem hatten wir bereits seit gestern einen weiteren Ausfall zu verzeichnen. Der arme Jörg hatte eine Schleimbeutelentzündung am Knie, er konnte das Knie nicht mehr beugen
Der morgendliche Blick in die Daten fiel relativ kurz aus: Die vier Sätze vom Dienstag gelten immer noch, solange die Profis einem 7 sec auf eine Runde aufbrennen. Wenn man von den Jungs überholt wurde, zeigte sich inzwischen, dass in den langsameren Kurvenpassagen ich nahezu dieselbe Kurvengeschwindigkeit habe und auch beim Rausbeschleunigen aus den langsameren Ecken dabei bin, aber in den Kurvenkombinationen zieht so ein eigenartiges Gummiband die Jungs auf einmal von mir wech . Auf der Bremse kriege ich natürlich auch so richtig eins übergebraten Kurzum wir waren zwar in den nächsten Level aufgestiegen, aber wir sind noch lange nicht am Ziel (Wie auch wenn man immer im Kreis fährt, he he ) und wir haben eine Mission zu erfüllen
Gestern war so ein schöner ruhiger Tag gewesen, heute Morgen war auf einmal Stress vor der Hütte. Da standen auf einmal wieder ca. 40 eigenartige Feuerklingen, nur mit dem Unterschied, dass jetzt 120 Mann zusammen 60 min Fahrzeit hatten. War das ein Betrieb …. Alle 15 Minuten die Ansage: „Gruppe XX, fertig machen zum fertigmachen …“, die Jungens kamen rein, Moped in die Hand vom nächsten gedrückt und raus. Ok, die Reifen würden warm sein, Motor auch, je nach Rundenzeit vielleicht 6 – 7 Runden fahren, karierte Flagge und der nächste Herr die selbe Dame ….
Wir hatten es ein bisschen gemütlicher. Die Gruppe grün (langsam) war mit der Gruppe orange (schnell) vereinigt worden, von den schnellen Jungs hatte Kawa sein Testprogramm durch, auch die Tschechen und ich meine auch die Russen hatten bereits zusammengepackt. D.h. wir konnten in Ruhe unsere Runden drehen und vor allem hatten wir pro Turn eine halbe Stunde

Unser Polizeischlumpf hatte sich dank Einzelbetreuung eines Instruktors mit seiner pc25 von einer anfänglichen 1.85 auf eine 1.65 hochgearbeitet. Wenn man hinter ihm herfuhr, hatte er jetzt einen schönen, runden, ausbaufähigen Fahrstil. Ich finde es obergoil, wie sich die Jungs und Mädels von Alphatechnik auch um die langsameren Fahrer kümmern

Unser Junior wurde auch immer schneller. Und das Beste: Im Umkreis von 11327 km war nicht eine Wolke zu sehen. Stefan und ich hatten ein neuen internen Wettstreit begonnen: Wer hat nach einem Turn als erster die kurzen Hosen und das T-Shirt an …. Ich glaube, diese Disziplin werde ich die nächsten hundert Jahre noch verlieren

Der Web-Schlumpf und ich hatten beschlossen heute zusammen zu fahren. Die 4h waren ausgefallen, dann besorgen wir es uns eben selbst Wir sind in der ersten Sekunde raus und als Letzte wieder rein gekommen. Wir beide haben dieses Jahr die Mission mindestens einmal an einem Bördesprint teilzunehmen …. Bis auf zwei Ereignisse gibt es keine besonderen Vorkommnisse zu berichten.
Im ersten Turn fahre ich gerade die Reifen ein und da ich gerade im Schwuchtelmodus unterwegs bin, bin ich gedanklich dabei ein Feature für ein Simulationsprogramm auszuprogrammieren … Als ich gerade die Return-Taste drücke geht mir nach der Doppelrechts am Ende der StartZiel beim Umlegen auf die Links die Straße aus Da ich ja Multitaskingfähig bin , richte ich die Kiste auf lege eine kurze Crosseinlage ein und suche mir eine Rampe ohne „Bordsteinkante“ um wieder auf die Strecke zu gelangen . Danach habe ich die Priorität des Programmiermodus geändert und mich mehr auf das Mopedfahren konzentriert
Im dritten Turn – der Web-Schlumpf ist vor mir auf der StartZiel - fährt vor uns einer von den Schnellen raus. Wir waren gerade in den hohen 46ern unterwegs, der hintere Michelin fühlte sich edel an … Da war sie meine heutige Mission, Tschuldigung Web-Schlumpf, ich habe jetzt eine Aufgabe zu erfüllen. Ich gab kurz Gas – Servus Tom – und versuchte mich an den „Schnellen“ zu dranzuhängen – Asche über mein Haupt - ich weiß nicht wer es war, weisser Lederkombi mit grünen und roten Farbflecken an der Seite. Er fuhr so gleichmäßig, der Abstand wurde nur allmählich größer, dass er mich auf eine 45.06 zog. In der nächsten Runde überholte er vor der langen Bergaufrechts einen Langsameren, ich musste in der Bergaufrechts kurz warten und überholte mit einem Wheelie den Bückling kurz vor dem Linksknick vor der Palmenkurve. Auf StartZiel zeigte der Lappenzeiter trotz dem mindestens elfundzwanzig sec dauernden Überholvorgangs eine 45.12 an Danach geriet ich in Verkehr und musste abreißen lassen. Zwei Runden später kam auch schon die karierte Flagge. Während dieser supergoilen Runden hatte ich nie das Gefühl, das ich zu irgendeinem Zeitpunkt die Brechstange ausgepackt hätte. So zwei gleichmäßige Runden habe ich in jetzt 7 Jahren Kringelfahren noch nie auf die Reihe gebracht und das Beste: ich hatte nie das Gefühl, dass ich irgendwo stark gebremst hätte. Die spätere Auswertung der Daten bestätigte dies auch, speziell mein Weihnachtsgeschenk der Bremsdrucksensor zeigte, dass ich auf der Bremse im Cruisingmodus unterwegs war .

Unser Web-Schlumpf hatte für seine Web-Seite auf-dem-Bankerl.de auch noch eine Mission diesen Abend zu erfüllen: Er benötigte ein Bild mit unserer Aufzündertruppe auf einer Bank, möglichst auf der StartZiel. In der untergehenden Abendsonne bauten wir die Bank auf, machten das eine oder andere Gruppenfoto, tranken den einen oder andern Hopfentee und Dirk „Ossi“ Ossenberg zündete ein Feuerwerk …. War das ein Tag, man hätte Helden zeugen können.

Unsere Aufzündertruppe, im Vordergrund erkennt man unsere neuste Errungenschaft die 94er… Eins von den sagenumwobenen Motorrädern ist plötzlich wieder aufgetaucht

Von links nach rechts: Stefan Debus, Angelika (sie hat 5 Tage lang meinen Namen falsch geschrieben ), Ulli (der Instruktor, der den PolizeiSchlumpf zu einer 1.68 angetrieben hat), Klaus (der Mopedcontroller von Alpha-Technik), Dirk Debus, Andy (AlphaTechnik), Connie (AlphaTechnik), Stefan R. , Sitzend: Dirk "Ossi" Ossenberg, Bernd, Matthias, Junior-Schlumpf, Jürgen Kretzer, Web-Schlumpf, Polizei-Schlumpf, Jörg, Papa-Schlumpf (man beachte die kurze Hose ) und im Vordergrund hinter der 94er: Ralf


Das Essen beim Argentinier war wieder ausgezüglich. Nach 6,5 Jahren Abstinenz ließ ich mich zum Abschluss dazu hinreissen an einer Zigarre zu ziehen …. und es gelüstete uns zu einem Grappa. Unsere Spanischkenntnisse sind ziemlich bescheiden, die Worte Grappa und Schnaps verstand er nicht, also bestellten wie einen Carachillo ohne Cafe … Er antwortete mit einem Grinsen „con sucre“, also „mit Zucker“ Er rannte los und stellte einfach eine Flasche „Brandy de Jerez“ auf den Tisch ….

Als ich nach dem einen oder anderen Absackerhopfentee mein müdes Haupt niederlegte, wusste ich, dass eine 43 möglich sein könnte ….

 

 

 

Termine 2010

  • 29.03. - 01.04. Alcarras
  • 07.05. - 09.05. Most
  • 11.06. - 13.06. Brno
  • 25.06. - 27.06. Pannonia
  • 16.07. - 18.07. Slovakia
  • 21.08. - 22.08. Lausitz
  • 17.09. - 19.09. Most

prospeed racer cup 2010

SPORTBIKES (nach 11 von 11 Rennen)
1. Carsten Thiemann
204
2. Tom Gasteiger
167
3. Jens Krause
126
4. David Pfitzner
106
5. Martin Jochum
48
6. Peter Greppmair
41
7. Barbara Pulfer 39
8. Tom Wagenhofer 30