"Kalorien - das sind die kleinen gemeinen Tierchen,
die über den Winter die Lederkombi enger nähen!"
Jürgen Kretzer

Cartagena 2006, unser erstes fast 24h Rennen - Seite 5
Geschrieben von: Papa-Schlumpf   
Sonntag, den 26. Februar 2006 um 14:33 Uhr
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Cartagena 2006, unser erstes fast 24h Rennen
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Motor warmlaufen lassen, die Ideallinie wird trocken und ich nehme die Reifenwärmer runter. Auch jetzt hebe ich beim Entern der Strecke nicht das Vorderrad an, was bin ich doch für ein Weichei. Ich bin erstaunt, was die Strecke auch im feuchten Zustand an Grip hat, richtig ausprobieren will ich es aber nicht. Es geht erst einmal darum die Aneinanderreihung von Links und Rechtskurven in mein Gedächtnis einzuhämmern. Und plötzlich werde ich das erste Mal niedergestreckt , hergebrannt , regelrecht vernichtet . Irgendjemand ist mit ca. Mach 3 an mir vorbeigefahren, sodass ich nicht einmal in der Lage war die Buchstaben am Rücken zu entziffern, oops. Das wird ja ein Spaß werden. Sollte ich vielleicht nicht doch umbuchen, aber in der anderen Gruppe bin ich der Waldi oder der Schulten, nein ich habe mir Ziele gesetzt. Ein Papa muss tun, was ein Mann tun muss ….

Bei den nächsten Turns werde ich allmählich schneller. Die Strecke ist nun vollständig trocken. Die Zeiten gehen allmählich in Richtung 1.50, die 49 will noch nicht auf dem Lappenzeiger erscheinen. Bei uns kursieren die Gerüchte, dass Schulten und Co in den hohen dreißiger fahren würden . Das Herbrennen der Profis erschreckt mich nicht mehr so sehr, obwohl ich in den meisten Fällen noch nicht in der Lage bin, die jeweilige Aufschrift auf den Kombis zu entziffern. Ich habe seit den 4h in Brünn im September nicht mehr auf dem Moped gesessen. So allmählich kommen so ab und an Situationen, bei denen ich kurz die Luft anhalten muss und der Puls in Richtung 200 geht. Der angefahrene K2 hat seinen Zweck erfüllt, er muss nun den üblichen Weg vor das Boxentor antreten …. Als nächstes ist der Bridgestone dran.

Ich stehe ziemlich lässig vor unserer Box in der Boxengasse und plötzlich spricht mich ein völlig unbekanntes Gesicht an: „Hallo Erich, wie geht es dir? Und das ist bestimmt der Dirk, oder ?“ Ich muss wie ein Auto geschaut haben. „Erinnerst du dich an mich? Du hast doch eine kupferfarben K3 ?“ (die Kupferfarbene K3 habe ich in Mugello in der Casanova versenkt und vollständig aus meinem Gedächtnis gestrichen, Anm. der Red ) Das kalte Wasser mit dem Haargel muss meinen Alzheimer verstärkt haben, jetzt ist es soweit, du lernst jeden Tag neue Freunde kennen. Inzwischen muss ich wie ein Lkw geschaut haben. „Du hattest doch deine K3 bei mir zum Richten …“ Ah ja, inzwischen dürfte ich wie ein Ozeandampfer geschaut haben und plötzlich kam die Erleuchtung. Die Sprache kam langsam wieder und ich fragte ganz zaghaft: „Peter Hintermeier ?“ Und er war es … entschuldige Peter, deinen Namen werde ich nie wieder vergessen. Peter hatte von Alphatechnik einen Truck runtergefahren, war zuständig für die Reifenwechsel der Hondatruppe und hat in seinem bürgerlichen Leben einen Suzuki/Yamahaladen bei Schongau. Aufgrund dem offensichtlichem akuten Vitaminmangel nahm ich mir vor, heute Abend um 4 Uhr den einen oder anderen Hopfentee einzunehmen.
Beim letzten Turn fuhr ich endlich konstante 49er und auch die 48 erschien schon das eine oder andere Mal auf dem Lappenzeiter. Und vor allem das Niederstrecken der IDM-Jungs war nicht mehr so brutal. Offensichtlich war an vielen Stellen unser Kurvenspeed inzwischen so hoch, dass ein Überholen in der Kurve nicht mehr gefahrlos möglich war. D.h. wir wurden meistens beim Anbremsen oder beim Rausbeschleunigen hergebrannt. Allerdings zeigte sich speziell Ende Start-Ziel, in der langen Zuziehrechts, in der schnellen Links über die Kuppe und in dem Linksknick in der Palmenkurve was für erbärmliche Aufzünder wir sind. Aufgrund unserer zunehmenden Eigengeschwindigkeit konnte ich allmählich die Namen der Niederstrecker erkennen.
Bei der Einnahme unseres 4 Uhr-Tees stand da auf einmal der „Bauch“ Strobl, ein Freund von uns, der bei der Hondatruppe eingecheckt hatte, vor mir und bat mich um ein Bier. Ich versprach ihm unser Vorletztes zu holen. Er daraufhin: „Das ist ja wohl ein trauriges Erscheinungsbild. Wenn man einen Bus packt, lädt man zuerst das Bier und schaut dann wofür man noch Platz hat …“ Ich werde mir diesen Ratschlag zu Herzen nehmen….

Am Abend war unser Argentinier von unserem erneuten Auftauchen anscheinend überrascht, das Essen war wie jeden Abend vorzüglich. Nach dem einen oder anderen Gutenachtbier in der Box begann ich von konstanten 48er und 47er zu träumen. Sollte vielleicht eine 46 möglich sein?


 

Termine 2010

  • 29.03. - 01.04. Alcarras
  • 07.05. - 09.05. Most
  • 11.06. - 13.06. Brno
  • 25.06. - 27.06. Pannonia
  • 16.07. - 18.07. Slovakia
  • 21.08. - 22.08. Lausitz
  • 17.09. - 19.09. Most

prospeed racer cup 2010

SPORTBIKES (nach 11 von 11 Rennen)
1. Carsten Thiemann
204
2. Tom Gasteiger
167
3. Jens Krause
126
4. David Pfitzner
106
5. Martin Jochum
48
6. Peter Greppmair
41
7. Barbara Pulfer 39
8. Tom Wagenhofer 30