"Racing is life, everything else is just waiting."
Steve McQueen

Cartagena 2006, unser erstes fast 24h Rennen - Seite 6
Geschrieben von: Papa-Schlumpf   
Sonntag, den 26. Februar 2006 um 14:33 Uhr
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Cartagena 2006, unser erstes fast 24h Rennen
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Part 3: Ready to Race

Dienstag 7.2.
Nach meiner gestrigen Erfahrung verweigerte ich das morgendliche Duschen und begnügte mich mit einer kurzen Katzenwäsche . Danach setzte ich mich in unsere Box öffnete das Notebook und schaute das erste Mal in Ruhe in die Daten von gestern. Das 2D-Datarecording habe ich aus beruflichen Gründen seit ca. 7 Jahren im Moped und üblicherweise nehme ich mir am Tag mindestens eine halbe Stunde Zeit in die Daten zu schauen. Mein neues Problem ist allerdings die von Franz/K3 erworbene GP503, das heißt tagsüber werde ich vom Datarecording-Guru zum Reifendienst degradiert. In jeder Pause kommen die Anfragen der Gebückten, ob der Junior oder ich nicht mal eben helfen könnten. An anderer Stelle wurde in diesen erlauchten Hallen schon erwähnt, dass wir überlegen den einen oder anderen EinEuroJobber anzuheuern . Ich konnte den Computer jedoch relativ schnell zu machen, da ich noch zu ungleichmäßig fuhr um wirklich Schlüsse aus den Daten ziehen zu können. Man konnte das Dilemma in 4 - 5 Sätzen zusammenfassen: Kurvenspeed ok, Linie in den meisten Fällen relativ spitz wie es sich für ein Kilo gehört, Rausbeschleunigen gut aber ausbaufähig, auf der Bremse ein Schwuchtel und in den Mutecken ebenfalls. Z.B. filosofierten (goiles Wort ) Jürgen, Stefan und Dirk, dass man in der langen Zuziehrechts angeblich bei 50 m bremsen würde. Was für ein 50 m Schild ? Ich weiß, da steht eins, aber das ist so weit von der Strecke weg, dass ich da nun wirklich keine Zeit zum hinschauen habe ….

Ein recht spartanisches Frühstück und dann ging es auch schon raus auf die Strecke. Heute waren 2 Zeitrainings, ein WarmUp und ein 15-Runden-Rennen angesagt. Im Zeittraining zog ich einen gebrauchten K2 aus dem Sportfahrerpokal in Brünn auf und es waren inzwischen konstante tiefe 48er und sogar eine 47,97 möglich . Aber inzwischen entstand Gefahr für mein Portmonee in Form des Webschlumpfes. Der „Pillemannsausack“- um die Worte von bundy zu gebrauchen – hat die Gabe sich mit relativ wenig Runden auf eine neue Strecke einschießen zu können, oops. Eine Gabe, die man anscheinend in seinem jugendlichen Leichtsinn beim R6-Cup lernt und er hat offensichtlich seine Hausaufgaben gemacht. Die Rundenzeiten auf seinem Lappenzeiter ließen nichts Gutes vermuten, er war zwar noch ca. 1,5 sec langsamer als ich, aber ….
Zum Rennen habe ich mir vorne einen neuen Michelin und hinten einen neuen K2 aufgezogen. Pünktlich um 1500 (oder war es 1600 ) fuhren wir auf die Strecke raus. Die Jungs von der IDM und überhaupt standen allesamt vorne, ich in der dritten oder vierten Reihe, ich weiß es nicht mehr genau. Von unserer Truppe waren der Jürgen, der Stefan und der Dirk vor mir. Der Webschlumpf zwei oder drei Positionen hinter mir. Junior stand relativ weit hinten. Beim Start zur WarmUp-Lap habe ich mal eben den Leerlauf eingelegt, was ein Glück hatten wir einen Fahnenläufer als Startsignal … , von hinten drohte keine Gefahr.
Beim eigentlichen Start habe ich Looser nach 7 Jahren mein erstes Wheelie gefahren . Die neue Kupplung packte offensichtlich ein bisschen besser zu als die Alte …. Das Vorderrad hob bei 12 km/h ab senkte sich bei 52 km/h, nach 3,5 sec schaltete ich bei 102 km/h in den zweiten Gang und gab endlich Vollgas. Das ist der Nachteil des Datarecordings, der Gasgriffsensor – auch Memmensensor genannt - offenbart jegliche Schwäche. Scheiße, den Start vollkommen versemmelt. Jörg und der Web-Schlumpf – die ich nun wirklich nicht als Konkurrenten angesehen hatte waren auf einmal vor mir. In der ersten Links nach der Doppelrechts ist der Webschlumpf alias Tom fast in den Acker gefahren, keine Ahnung warum – ja ja ich weiss schon, am Donnerstagmorgen ist mir das Missgeschick selbst passiert - , das Getümmel der ersten Runde war nicht schlecht. Nach der Links über die Kuppe hatte ich das Vergnügen in der ersten Reihe zu sitzen und den Web-Schlumpf zu bewundern, wie er sich den Jörg zu Recht legte. Jörg hatte beim Umlegen auf die schnelle Aufziehrechts ein bisschen offen gelassen und … Schwock .. der Webschlumpf hat in das Loch reingehalten. Ich dachte, dass der Speed ein bisschen optimistisch sei und war gespannt, wie er das regeln würde … der anschließende Bogen von ihm war recht weit und ich dachte Jörg würde gleich wieder kontern, aber Jörg ergab sich seinem Schicksal. Vor der Bergaufrechts bremste ich dann Jörg aus und nach der Palmenkurve beschleunigte ich unseren lieben Webschlumpf aus. So gut wie er auch überall den ganzen Event gefahren ist, in dieser Kurve ist er immer rumgeschwuchtelt. Danach machte ich mich auf die Verfolgung von Stefan …Ich brauchte etwa eine halbe Runde bis ich auf ihn aufgeschlossen hatte, ich schrie nur in den Helm: „Stefan GAAAAS, wenn du so weiterfährst verschwindet dein Bruder Dirk hinten am Horizont, GAAAAAS.“ Stefan fuhr zügig, immerhin hohe 46er, aber sein Bruder wurde immer kleiner. In der nächste Runde vor der Bergauflinks spielte ich mit dem Gedanken ihn zu überholen, aber die Geschichte war etwas knapp und ich steckte zurück. Aus der nachfolgenden Aufziehrechts in die schnelle Links kam ich besser raus und wollte ihn beim Anbremsen auf die lange Bergaufrechts innen ausbremsen – dachte ich. Er ließ sich aber nach rechts heraustragen, und ich dachte: also gut dann halt außenrum . Am 7.2. um ca. 15.11 Uhr legte ich meine Meisterprüfung ab. Ich überholte meinen Mentor und Idol Stefan außen herum. Tschuldigung Stefan, aber ich fühlte mich in der Verfassung deinen Bruder noch einholen zu können …. Danke, dass du nicht gegen gehalten hast.
Ich machte mich auf die Verfolgung vom Dirk, er wurde zumindest nicht mehr kleiner. In der langen Zuziehrechts zog ich so am Kabel, dass mich ab und an das Hinterrad überholen wollte . Mein Bremspunkt näherte sich mehr und mehr den ominösen 50 m an Nach ca. 5 Runden nahm meine Aufholjagd ein jähes Ende. Jürgen hatte es leider etwas übertrieben und als ich Ende Startziel in die Doppelrechts einbog, hatte sich die Staubwolke schon gelegt und Jürgen stand Gott sei Dank schon wieder. Laut den Daten soll er langsamer als sonst, aber etwas zu spitz in die erste Rechts reingefahren sein. Die Kurve fällt dann außen ein bisschen ab, und die Straße geht dann einem recht schnell aus . Mein Mut war von jetzt auf sofort gekühlt. Ich fuhr dann meistens tiefe 46er, ab und an tiefe 47er bis zum Ende. Irgendwann wurde ich abgewunken, eine richtige Freude über meine Meisterprüfung wollte nicht mehr aufkommen. Als wir in die Boxengasse einfuhren, stand Jürgen bereits ziemlich geknickt da . Es war nicht so schlimm, seine Bastelstunde begann kurz drauf ….. Da ihm genügend Leute halfen, kümmerte ich mich um meinen Vitaminhaushalt und begab mich zum 4-Uhr-Hopfentee. Unser Webschlumpf grinste bis hinter die Ohren, er hatte èine hohe 46er abgeliefert, was ein Glück hatte ich eine 46.22 und derartige Zeiten im Rennen ziemlich konstant gefahren
Den Nachmittag ließ ich bei super-blauem Himmel und gefühlten 35°C in kurzen Hosen und T-Shirt ausklingen.
Das Rennen hat eigentlich der Stefan Nebel gewonnen, der im Gegensatz zu seinen IDM-Kollegen von ganz hinten gestartet war. Seine Kollegen sind nach 7 – 10 Runden so nach und nach rausgefahren, deswegen war ich im Rennen leicht verwundert warum ich nicht überrundet wurde. Bei der Siegerehrung wurde ich auf Platz 3 aufgerufen. Vorher hatten Jörg und Stefan ihren Pokal für den 5. bzw, den 4. Platz bekommen. Nachdem man den Pokal empfangen hatte, bekam man vom Waldi und Michael die Hand geschüttelt. Ich fühlte mich ca. 1.27 m größer . Den Namen vom Zweiten weiß ich leider nicht mehr, ganz oben auf dem Stockerl stand Dirk. Als wir das Stockerl verließen, sagte Dirk zu mir: „Morgen stehen wir hier ganz oben ..“. Wir wollten morgen zusammen die 4h aufzünden
Nachdem wir die eine oder andere Flasche Sekt vernichtet hatten wurde ich von Klaus Maske in Box 12 zitiert. Mir wurde eröffnet, dass er aus Versehen Martin Rieder als Lizenzfahrer eingestuft hatte und dieser gewisse Martin Rieder mit Abstand der schnellste Normalsterbliche war, d.h. ich durfte meinen Pokal abgeben und den Pokal vom Stefan in Empfang nehmen Egal auf dem Stockerl stand ich oben, he he, und wenn ich an einem dunklen Winterabend meinen Enkeln die Bilder zeigen werde …. Unser Web-Schlumpf hat übrigens die 600er-Klasse gewonnen und unser Junior-Schlumpf war Dritter. Die beiden grinsten den ganzen Abend, he he
Gegen 2100 suchten wir wieder unseren Argentinier auf. Die Vorspeisen waren wieder super und beim letzten Gang begann wieder die Schlacht um das super-goile Rindfleisch….. Jürgen war inzwischen schon fast wieder guter Dinge und ziemlich zuversichtlich, dass er mit viel Tape und Metallkleber morgen wird wieder fahren können. Als wir die Räumlichkeiten verließen fragte unser Argentinier mal vorsichtig an, ob wir morgen wieder kommen würden. Er würde dann eine Paella (schreibt man das so ) machen und schon hatten wir ein neues Ziel.
Nach dem einen oder anderen Gutenachtbier in der Box entschlummerte ich sanft und begann von 45er-Zeiten zu träumen ……


 

Termine 2010

  • 29.03. - 01.04. Alcarras
  • 07.05. - 09.05. Most
  • 11.06. - 13.06. Brno
  • 25.06. - 27.06. Pannonia
  • 16.07. - 18.07. Slovakia
  • 21.08. - 22.08. Lausitz
  • 17.09. - 19.09. Most

prospeed racer cup 2010

SPORTBIKES (nach 11 von 11 Rennen)
1. Carsten Thiemann
204
2. Tom Gasteiger
167
3. Jens Krause
126
4. David Pfitzner
106
5. Martin Jochum
48
6. Peter Greppmair
41
7. Barbara Pulfer 39
8. Tom Wagenhofer 30