"Kalorien - das sind die kleinen gemeinen Tierchen,
die über den Winter die Lederkombi enger nähen!"
Jürgen Kretzer

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Most, 1.Lauf pro speed race cup
Geschrieben von: Web-Schlumpf   
Samstag, den 12. Mai 2007 um 11:23 Uhr
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Most, 1.Lauf pro speed race cup
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Zum ersten Lauf des pro speed race cup waren die Wettervorhersagen alles andere als optimal. Papa-Schlumpf prophezeite es würde pünktlich zum ersten Qualifying regnen. Ich überlegte schon einen zweiten Satz Regenreifen einzupacken, entschied mich dann aber doch für ein paar Profilreifen älteren Semesters die bei wechselhaften Bedingungen als Intermediates herhalten sollten.

 

Tag 1: auf dem Programm stand freies Training sowie besagtes erstes Zeittraining am Nachmittag. Bis zum Qualifying hatte ich mich halbwegs zufriedenstellend auf die Strecke eingeschossen und stürzte mich guten Mutes in die zwanzigminütige Zeitenjagd. Am Ende stand eine 1:40,3 auf meinem Laptimer, was mich durchaus zufrieden stimmte. Mein Plan für diese Veranstaltung war zumindest eine 1:39er Runde zu fahren und die beiden Rennen jeweils in den TopTen zu beenden, und diese Quali-Zeit war gefühlsmäßig ein Schritt in diese Richtung.
Als kurz darauf die provisorische Startaufstellung veröffentlicht wurde wuchs ich (zumindest innerlich) um einen halben Meter. So weit oben stand mein Name bei einem Event wie diesem noch nie ... Platz 4, das war die erste Startreihe! Mein Grinsen hätte man mir für den Rest des Tages, wenn überhaupt, nur noch operativ entfernen können.

Tag 2: der Zeitplan sagte ein zweites Qualifying am frühen Vormittag sowie das Sprintrennen über 7 Runden am Nachmittag voraus. Das Zeittraining war für nur 10 Minuten angesetzt, in denen ich mich zu keiner persönlichen Höchstleistung motivieren und somit meine gestrige Rundenzeit nicht verbessern konnte. Ich ging davon aus, die anderen würden noch ein paar Briketts nachlegen und machte mich darauf gefasst doch ziemlich weit nach hinten durchgereicht zu werden. Zu meiner großen Überraschung schoben sich aber nur David und Carsten, beide von unseren Freunden aus Hamburg mit denen wir uns die Boxen teilten, an mir vorbei. Somit war ich für beide Rennen auf Startplatz 6 qualifiziert, ein Ergebnis mit dem ich äußerst zufrieden war.
Sprintrennen - etwas besorgt ob meiner wenig glorreichen Starterqualitäten nahm ich meinen Platz in der zweiten Reihe ein und schaute leicht nervös auf die für mich ungewöhnlich nahe Ampel. Das rote Licht ging an, Drehzahl, Kupplung anlegen, rotes Licht wieder aus, und los! Mein Vorderrad hob gefühlte 0,34 cm vom Boden ab, links und rechts beschleunigte jeweils einer vorbei, vor der engen Schikane ließ ich etwas Vorsicht walten und, schwupps, ging noch einer durch ... für meine Verhältnisse eigentlich gar nicht so schlecht, aber beim nächsten mal geht das bestimmt noch besser ;-). In der schnellen Links tauchte rechts neben mir ein Vorderrad auf, Juri wollte mir den Kampf ansagen. Aber ich war für die folgende 'Bus-Stop'-Schikane auf der besseren Linie und wehrte mich erfolgreich. Durch die Spitzkehre wurde es noch mal kuschlig eng im Pulk, und wir feuerten mit wunderschönen schwarzen Strichen in Richtung Senke weiter. Zum Ende der zweiten Runde hatte ich mich an Lutz herangearbeitet und versuchte mich auf Start/Ziel in seinem Windschatten zu halten. Durch die Schikane kam er nicht ganz optimal und so war mein Plan, ihn vor der 'Bus-Stop' auszubremsen. Allerdings lief ich mit viel mehr Geschwindigkeitsüberschuss auf ihn auf als erwartet, und überholte außen herum um nicht vom Gas gehen zu müssen und so meinen ganzen Schwung zu verlieren. In der Spitzkehre verbremste ich mich etwas, hatte aber Glück dass Lutz nicht direkt zum Konter ansetzte. Noch in der selben Runde konnte ich am Ende der Gegengeraden Jens ausbremsen, der mit einer rutschenden Kupplung zu kämpfen hatte. Nun klaffte eine relativ große, aber nicht unüberwindbare Lücke zwischen Maik und mir. Ich strengte mich also an und wollte versuchen die Lücke zu schließen. Gleich in der nächste Runde stand eine hohe 1:39er Zeit auf meinem Laptimer, ich freute mich wie ein Schnitzel und sagte "geil! Klassenziel erreicht!" zu mir selbst ;-) Die nächsten Runden konnte ich konstant so weiterfahren und tatsächlich wurde die Distanz zu Maik immer kleiner. In der siebten und letzten Runde war ich dann sogar direkt hinter ihm, merkte aber schnell dass hinfahren und überholen doch zwei verschiedene Geschichten sind ... leider gelang es mir nicht mehr vorbei zu gehen und so wurde ich 0,3 sec hinter ihm als sechster in der Wertung abgewunken. Gewonnen hatte Ansgar vor Carsten, David und Heinz. Bei der Siegerehrung nahm ich äußerst zufrieden Roberts Glückwünsche entgegen und freute mich wie ein Schneekönig, die drittschnellste Rennrunde gefahren zu sein - nur dreizehn Hundertstel hinter dem Schnellsten, unserem Kumpel David :-)



Tag 3: heute war das zweite Rennen über 20 Runden angesagt. Traditionell begnügte ich mich mit einem kurzen Aufwachturn am späten Vormittag um danach Reifen und Bremsen zu erneuern. Nach den beiden Aufwärmrunden wurde das Feld vorm Start lange aufgehalten, wir warteten auf Jens - der kam aber nicht, seine Kupplung hatte sich auf halber Strecke verabschiedet... Endlich gab Robert den Start frei und es begann die übliche Prozedur: Lampe an, Lampe aus, Gas! Heinz kam überhaupt nicht gut aus der ersten Reihe weg, ihm war der Gang herausgesprungen, und wurde entsprechend einige Plätze nach hinten durchgereicht. Ich profitierte von dem Durcheinander und kam als fünfter aus der Schikane. Vorm Matadorbogen kam was kommen musste und Maik bremste sich an mir vorbei. In der schnellen Links lief ich wie schon am Vortag auf Lutz auf und vollstreckte auf die gleiche Weise - später fiel er leider mit defektierter Kupplung aus. Ebenfalls wie am Vortag verbremste ich mich auf die Spitzkehre zu und sofort stach David in die Lücke. Beim rausbeschleunigen stellte sich sein Hinterrad auf dem inzwischen durch einige Unfälle reichhaltig verstreuten Ölbinder in beeindruckender Weise quer. David zeigte sich davon allerdings überhaupt nicht beeindruckt und legte bis zum Ende der Runde gleich mal eine halbe Sekunde zwischen uns. Der Bursche hatte heute definitiv ein paar Briketts mehr im Feuer und war auf einer Mission unterwegs. Kurz darauf ging auch noch Heinz, vermutlich mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch, an mir vorbei und kämpfte sich nach seinem verpatzten Start wieder nach vorne. In Runde 5 oder 6 lief ich auf Maik auf und hielt mich für etwa zwei Runden hinter ihm, dann bekam er offenbar Konditionsprobleme und wurde mit einem mal langsamer. Vorm Matadorbogen bremste ich mich an ihm vorbei, bekam kurz darauf aber selbst Probleme in Form von dicken Unterarmen. So hatte ich an einigen Ecken Schwierigkeiten, besonders in den Wechselkurven schwand mehr und mehr die nötige Kraft, beschloss aber dass es erträglich ist und ich das Rennen beenden werde. Durchaus im Klaren darüber, dass ich mit diesem kleinen Handicap nicht ganz so schnell fahren konnte wie ich wollte, rechnete ich quasi permanent damit angegriffen zu werden. Die ganze Zeit über hörte ich allerdings niemanden, sah auch keine Schatten hinter mir und war schließlich erleichtert endlich die 1 auf dem Rundenzähler zu sehen. Um so überraschter war ich, als sich zu Beginn der letzten Runde wie aus heiterem Himmel Jochen mit seiner gelben Yamaha auf Start/Ziel neben mich schob und kurz vor der Schikane vorbei ging. Das war ein deutlicher Weckruf und ich dachte mir nur "des kannst Du vergessen, Alter!". Dank einer gesunden Dosis Adrenalin mobilisierte ich noch mal ein paar Kraftreserven und hängte mich durch die Schikane und in der folgenden schnellen Links direkt an sein Hinterrad, setzte mich im Rechtsknick links neben ihn und bremste mich vor der 'Bus-Stop' wildentschlossen wieder vorbei. Für den Rest der Runde war nochmal-alles-geben und Kampflinie angesagt, und ich konnte meinen Platz tatsächlich erfolgreich verteidigen. Wie es sich gehört schüttelten wir uns direkt nach dem Rennen die Hände und freuten uns des Lebens. Bei der Siegerehrung wurde ich als stolzer Fünfter aufgerufen und ich freute mich über die an diesem Wochenende insgesamt 21 gesammelten Meisterschaftspunkte.

Während der gesamten drei Tage tröpfelte es übrigens nur zweimal ganz kurz ... Petrus, oder der Wettergott, oder wer oder was auch immer dafür verantwortlich ist muss Motorradfan sein! ;-)

 

 

Termine 2010

  • 29.03. - 01.04. Alcarras
  • 07.05. - 09.05. Most
  • 11.06. - 13.06. Brno
  • 25.06. - 27.06. Pannonia
  • 16.07. - 18.07. Slovakia
  • 21.08. - 22.08. Lausitz
  • 17.09. - 19.09. Most

prospeed racer cup 2010

SPORTBIKES (nach 11 von 11 Rennen)
1. Carsten Thiemann
204
2. Tom Gasteiger
167
3. Jens Krause
126
4. David Pfitzner
106
5. Martin Jochum
48
6. Peter Greppmair
41
7. Barbara Pulfer 39
8. Tom Wagenhofer 30