"You live more on a motorcycle in 5 minutes
than some people do in a lifetime."
Kevin Schwantz

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Schlumpfiges Saisonfinale in Brno - Seite 4
Geschrieben von: Web-Schlumpf   
Samstag, den 13. Oktober 2007 um 21:36 Uhr
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Schlumpfiges Saisonfinale in Brno
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Für die meisten von uns war die Saison gelaufen und der heutige Tag nur noch eine reine Spaßveranstaltung. Für die meisten, nicht aber für Papa-Schlumpf! Als großer Langstrecken-Fan kam für ihn endlich das Highlight der Veranstaltung...

Da ich mich in diesem Jahr schon zweimal den beim LeMans-Start unvermeidlichen Sprint zum Moped abhetzen musste, hatte dieses mal Papa die Ehre. Damit wurde ihm auch die Ehre zuteil, uns im Qualifikationstraining zu repräsentieren.
Ursprünglich hatten wir geplant im freien Training mal wieder einige gemeinsame Runden zu drehen. Aber Erich war gut damit beschäftigt ein paar Dinge am Fahrwerk zu testen. So ließ ich es erst mal völlig stressfrei angehen, nahm mir viel Zeit für Kaffee und aufwachen usw....
Um halb elf rollte Papa relativ entspannt zum Qualifying und bugsierte uns mit einer entspannten 1:80er Runde auf den 29. Startplatz. Auf dem prestigeträchtigen Siegerfoto würden wir so zwar nicht erscheinen;-), aber ansonsten war's im Prinzip wurscht wo wir stehen - 4 Stunden sind nun mal bekanntlich kein Sprintrennen, da hat man viel Zeit sich nach vorn zu kämpfen #-)

Unsere Boxenkollegen wollten da schon nen bisschen mehr wissen und stellten sich mit jeweils 2:17,x auf die Plätze 12 (David und Lutz) sowie 15 (Jens und Carsten). Die Pole sicherten sich unsere Nachbarn vom Bauch Racing Team dank Pit, der ja durchaus kräftig am Kabel ziehen kann...

Der Rest des Vormittages verlief unspektaktulär. Ich drehte gewohnheitsmäßig ein paar Runden zum einrollen. Ansonsten war Ruhe angesagt.
Papa überraschte uns völlig unvorbereitet mit seinen Qualitäten als Hausmann! Hatte er doch tatsächlich Dosenravioli zur Stärkung zubereitet - ein Talent das wir ihm gar nicht zugetraut hätten ;-)

Wenige Minuten vor dreizehnhundert em-eh-zet wurde die Boxenausfahrt geöffnet und exakt 50 Teams begaben sich zur Startaufstellung. Probestart und Aufwärmrunde verliefen ereignislos, dann richtige Startaufstellung. Die Piloten scharrten mit den Hufen, Robert riss die Startfahne nach oben, und 50 Verrückte sprinteten mehr oder weniger graziös zu ihren Maschinen.
Papa kam gut weg und machte direkt einige Plätze gut. Zurück an der Boxenmauer beobachteten wir wie sich Erich durchs Feld arbeitete, schon nach wenigen Runden hielt er sich relativ konstant auf Position 14. Ich zog mich in die Box zurück um mich auf meinen Turn vorzubereiten, eine volle Dröhnung Chevelle aus dem mp3-Player half mir mich vom Rest der Welt abzuschotten. Junior stand in der Zwischenzeit, zuverlässig wie immer, an der Boxenmauer.

Nach einer knappen Stunde kam Papa's Zeichen zum Fahrerwechsel. Unsere Befürchtung wir würden aufgrund des Spritverbrauchs keine ganzen Stundenturns schaffen bestätigte sich. Eigentlich hatten wir gehofft mit nur 3 Boxenstopps durchfahren zu können...
Nach 25 Runden enterte er, inzwischen auf Platz 7 liegend (!), die Boxengasse.
Papa-Schlumpf stoppte neben mir, Junior wechselte die Armbinde zu mir, klopfte mir auf den Rücken, und ab ging die Post. Der Wechsel kostete uns im Endeffekt zwei Platzierungen und ich lag direkt hinter Jens. Ich nutzte die Gelegenheit und hing mich direkt dran um gleich in einen guten Rhythmus zu kommen.
Irgendwann kapierte ich, was mir Junior schon die ganze Zeit anzeigte. Jens fuhr nicht nur so vor mir her, sondern er lag auch im Kampf um die Platzierung direkt vor uns. Überholen wäre also durchaus nützlich ;-) Nach zwei, drei Versuchen klappte es auch recht fluffig – allerdings vermute ich dass er schon was länger draußen war, sonst hätte das mehr Anstrengung erfordert...

Der Rest des Turns verlief ohne besondere Vorkommnisse und ich kam in Runde 50 zum nächsten Fahrerwechsel. Papa und Junior standen schon bereit, Junior erfüllte seine Aufgaben routiniert, schickte Papa auf die Reise und nahm mir freundlicherweise das Moped ab.
Von Erichs Turn bekam ich nicht viel mit, da ich mit Salat essen, Wasser trinken, auftanken und mich etwas erholen beschäftigt war.
Durch den Wechsel hatten wir keine Plätze eingebüsst und Erich hielt den ganze Zeit über die siebte Position. In Runde 76 kam er mit fast leerem Tank wieder und wir wechselten uns erneut ab.

Ich lief sehr bald auf eine Ducati 1098 auf, die mich in den Kurven etwas aufhielt, auf den Geraden aber ihr Hubraum- und Leistungsplus voll ausspielte. Rundenlang versuchte ich an allen möglichen und unmöglichen Ecken mich vorbei zu quetschen, aber es reichte nie ganz um schlussendlich erfolgreich auf der Bremse zu vollstrecken.
Mein Plan war nun irgendwie vorm Omega zu überholen, um im kurvigsten Teil der Strecke eventuell gleich genug Meter zwischen uns zu legen und so dem Rückschlag des Pferdestärken-Imperiums zu entgehen. Die Gegengerade hinterm Fahrerlager konnte ich mich halbwegs gut halten um auf der Bremse die Lücke wieder zu schließen und dann, so der Plan, beim Umlegen von der Links auf die Rechts durchzuwischen...
Der Plan schien aufzugehen, beim einlenken auf die Links verringerte sich der Abstand auf Briefmarkengröße, ich legte mir schon die Linie zurecht und ... SCHEISSE! Was war das?!?! Völlig unvermittelt ging in maximaler Schräglage das Hinterrad weg und schon schlitterte ich quer über die Fahrbahn. Den Lenker ließ ich nicht los, R6 und ich drehten uns um 180 Grad und wir rutschten gemeinsam ins Kiesbett. Die Kiste lag auf meinem linken Bein, es wurde kurzzeitig merklich warm am Oberschenkel, und schwupps – kamen wir im Kiesbett sofort zum stehen.
Während ich aufstand, checkte ob noch alles mir dran war und das Moped wieder in die Aufrechte brachte, stand auch schon ein Streckenposten bei mir und wollte helfen das Gefährt an den Streckenrand zu bringen. Dazu hatte ich aber keine Lust, denn an der guten alten R6 schien soweit alles zu passen und sie sprang auch sofort wieder an. Außerdem fuhren wir hier ja ein Langstreckenrennen und da ist noch immer ankommen die oberste Direktive! Ich machte dem guten Mann also mit Händen und Füssen klar, dass mir nix fehlt und ich weiterfahren will. Er verstand und ließ mich von dannen ziehen....


 

Termine 2010

  • 29.03. - 01.04. Alcarras
  • 07.05. - 09.05. Most
  • 11.06. - 13.06. Brno
  • 25.06. - 27.06. Pannonia
  • 16.07. - 18.07. Slovakia
  • 21.08. - 22.08. Lausitz
  • 17.09. - 19.09. Most

prospeed racer cup 2010

SPORTBIKES (nach 11 von 11 Rennen)
1. Carsten Thiemann
204
2. Tom Gasteiger
167
3. Jens Krause
126
4. David Pfitzner
106
5. Martin Jochum
48
6. Peter Greppmair
41
7. Barbara Pulfer 39
8. Tom Wagenhofer 30